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Bundesverband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI)

Der Bundesverband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. hat seinen Sitz in der Friedrichstr. 60 und ist ein Interessenverband von 215 Unternehmen aus dem Bereich der Luft- und Raumfahrt.

Zu seinen Aufgaben zählt der BDLI die Kommunikation mit politischen Institutionen, Behörden, Verbänden und ausländischen Vertretungen in Deutschland.

Der Verband ist im Bundestag akkreditiert und arbeitet bei Anhörungen in Vorbereitung zu Gesetzen sowie in Fachausschüssen der Ministerien mit.

Im Interesse seiner Mitglieder organisiert der Verband Veranstaltungen wie z.B. 2012 eine Tagung zum Thema Drohnen anlässlich der Debatte um eine gesetzlichen Neuregelung des Luftverkehrsgesetz, Drohnen als zivile Technologie einzustufen und damit die Nutzung des Luftraums möglich zu machen. So wurden dem Publikum aus Politik, Behörden und Industrie auf der Tagung mögliche zivile Anwendungsbeispiele und der zukünftige Bedarf aufgezeigt.

Inzwischen wurde das Luftverkehrsgesetz dahingehend geändert, dass Drohnen bis zu einem Gewicht von 150kg als zivile Luftfahrtgeräte zugelassen sind. Damit wurde eine entsprechende Nutzung des Luftraums für Drohnen und ein zusätzlicher Absatzmarkt für die produzierenden Unternehmen möglich gemacht.

Im Bereich des militärischen Absatzmarkts ist der Verband u.a. bemüht, im Rahmen der Bundeswehrreform den Zulassungs-, bzw. Beschaffungsprozess für militärisches Luftfahrgerät zu beschleunigen.

Neben Veranstaltungen nimmt der BDLI als Lobbyverband an Messen teil und ist zusammen mit der Messe Berlin GmbH der verantwortliche Veranstalter der in Berlin alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA). Als internationale Luftschifffahrt-Ausstellung 1909 erstmals in Frankfurt am Main eröffnet, hat sich die ILA inzwischen zu einer gigantischen Rüstungsgütershow entwickelt. Die Bundeswehr ist seit 2010 größter Einzelaussteller auf der Messe, sie zeigt Aufklärungsdrohnen, Kampfjets, Helikopter, etc und präsentiert sich als moderne Armee im Einsatz. Mit ihrem Karriere-Truck versucht die Armee auch hier junge Leute für das Handwerk des Tötens zu werben.

Im Ausstellungsverzeichnis sind rund 90 Rüstungsfirmen zu finden. Der deutsch-französische Konzern Airbus Group, damals noch EADS soll 2010 Vertragsabschlüsse in Höhe von 13 Mrd Euro auf der Messe verbucht haben. Im Career-Center versuchen die Zulieferfirmen und klassischen Rüstungsschmieden SchülerInnen, Studierende oder bereits ausgebildete FacharbeiterInnen zu gewinnen, ihre Arbeitskraft bzw. ihr Wissen zur Verfügung zu stellen natürlich ohne über das Leid und das Ausmaß der Zerstörung zu informieren, die das eine oder andere Produkt, im Fachjargon Wirkmittel genannt, im Einsatz entfaltet.

Bei der ILA 2012 waren Drohnen Schwerpunktthema. 2014 gab es für die Hersteller von Kampfdrohnen eine sogenannte „UAS-Plaza“. UAS steht für Unmaned Aerial System, umgangssprachlich Drohnen oder einfach „heimtückisches Waffensystem für außergerichtliche Hinrichtungen“.

Am 20. Mai 2014 eröffnete der Präsident des BDLI, Bernhard Gerwert zusammen mit der Kanzlerin die ILA. Wenige Tage zuvor hatte Bernhard Gerwert, dieses Mal in seiner Rolle als Geschäftsführer der Rüstungsschmiede Airbus Defence and Space in den Medien verkündet, dass die Unternehmen Airbus, Dassault und Alenia Aermacchi eine europäische Drohne entwickeln und auf den Markt bringen werden. Auf diese Meldung reagierte die Verteidigungsministerin von der Leyen scheinbar brüskiert, dass es keinen Entscheidungsdruck gäbe, sprich, dass sie sich von der Industrie nichts diktieren lasse. Ein Schelm wer nun denkt, dass der Präsident des Lobbyverbandes BDLI Gerwert bei der Ausstellungseröffnung mit der Kanzlerin...

Laut dem schwedischen Institut SIPRI läufts für die Rüstungsindustrie trotz Krise nicht schlecht, der Industriezweig scheint in Deutschland von der Umstrukturierung der Bundeswehr und anderer Armeen und den stetig steigenden Kriegseinsätzen zu profitieren. Die immer mal wieder von Vertretern des Industriezweigs geäußerten düsteren Prognosen inkl. der heraufbeschworenen Gefahr des Verlusts von Arbeitsplätzen sind als Strategie des Lobbyismus zu verstehen, die Interessen der Industrie gegenüber der Politik geltend zu machen und auf die politische Ebene Einfluss zu nehmen. Denn die Herstellung und der Verkauf von Waffen ist abhängig von nationalen bzw. europäischen Rüstungsetats.